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Lexikon der Codes - Symbole - Kurzzeichen


DROHNEN

Drohnen erfreuen sich als Sport- und Freizeitgestaltung für Modellflugliebhaber steigender Beliebtheit. Damit verbunden sind leider auch unliebsames Auskundschaften privater Bereiche oder gefährliche Beeinträchtigungen im Luftraum. Die von Drohnen ausgehende Gefahr im Luftraum, insbesondere vor Unfällen und Abstürzen, hat den Gesetzgeber veranlasst, entsprechende Regeln zu erlassen, die Gefahren deutlich zu reduzieren geeignet sind und damit zur Sicherheit beitragen.

Wichtig für den Einsatz von unbemannten Luftfahrtgeräten (UAS) ist neben der Einhaltung flugrechtlichen Vorschriften (z. B. Flugverbotszonen) die Befolgung bzw. Nichtverletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen, Urheberrechte oder Persönlichkeitsrechte. Dieses gilt besonders bei Drohnen mit eingebauten Kameras, die Standbilder oder Videosequenzen aufnehmen können. Es gilt außerdem der Grundsatz, dass auf Sichtweite geflogen werden muss. Das Luftfahrtgerät muss ohne besondere optische Hilfsmittel zu sehen oder eindeutig zu erkennen sein.

 

 Arten von Fluggeräten und spezielle Abkürzungen oder Fachbegriffe

Flugmodelle
Der Einsatz erfolgt zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung.
UAS (Unmanned Aircraft Systems = unbemannte Luftfahrtsysteme)
Englischer Begriff für Drohnen, der meistens für gewerbliche und militärische genutzte Drohnen verwendet wird.
Drohnen
Flugmodelle. Umgangssprachlich Bezeichnung für "unbemannte Fluggeräte" wie funk- oder smartphonegesteuerte Multicopter.
RC-Drohnen (Radio Controlled = Funkferngesteuert)
Typische Hobby- und Freizeitdrohnen.
Multicopter
Luftfahrzeug mit mehr als 2 Rotoren in einer Ebene wie Tricopter, Quadrocopter, Hexacopter oder Octocopter.
Tricopter
Tricopter
Luftfahrzeug mit 3 Rotoren in einer Ebene.
Quadrocopter
Quadrocopter
Luftfahrzeug mit 4 Rotoren in einer Ebene.
Hexacopter
Hexacopter
Luftfahrzeug mit 6 Rotoren in einer Ebene.
Octocopter
Octocopter
Luftfahrzeug mit 8 Rotoren in einer Ebene.
ARF
Almost ready to fly. Fast flugtaugliches Flugmodell bei dem nur noch einzelne Teile verbaut werden müssen.
BNF
Bind and fly. Das Flugmodell ist nach dem Kauf ohne zusätzliche Montagearbeiten direkt flugbereit.
BVLOS
Beyond Visual Line Of Sight operation (Betrieb außerhalb direkter Sicht)
e-ID
elektronische ID (wird vom Luftfahrt-Bundesamt zugeteilt)
Follow-me-Modus
Betriebsmodus, bei dem die Drohne dem Fernpiloten innerhalb eines vorher festgelegten Radius ständig folgt.
FPV
First-Person-View (Fliegen aus Pilotenperspektive). Es kommen FPV-Videobrillen zum Einsatz.
Einschränkungen:
Flugmodell bis höchstens 0,25 kg Gewicht, sowie
entweder eine begrenzte Flughöhe von höchstens 30 m
oder die Anwesenheit einer zweiten Person, die den Luftraum und die Fluglage des Flugmodells in Sichtweite beobachtet.
Geo-Sensibilisierung
System erkennt eine mögliche Verletzung der Luftraumgrenzen und warnt den Fernpiloten, sodass dieser sofort eingreifen kann, um die Verletzung zu vermeiden.
Jammer
Störsender zur Abwehr von Drohnen, die gesetzwidrig eingesetzt werden, z B. zur Vermeidung von Flugzeugkollisionen oder Annäherung an Menschenmassen.
KIT
Englische Bezeichnung für "Bausatz"
MTOM
Maximum Take-Off Mass (höchstzulässige Startmasse) Masse einschließlich Nutzlast und Kraftstoff.
RTF
Ready to fly. Das Flugmodell ist nach dem Kauf ohne zusätzliche Montagearbeiten direkt flugbereit.
UAS
Unmanned Aircraft System (unbemanntes Luftfahrzeugsystem)
UMX
Ultra Micro eXtreme. Besonders kleines Flugmodell.
VLOS
Visual Line Of Sight operation (Betrieb in direkter Sicht)

Drohnen-Betriebs-Kategorien zum 1.1.2021
(es bestehen Übergangsregelungen bis 1.1.2023)
UAS-Betriebskategorie "offen" UAS-Betriebskategorie "speziell" UAS-Betriebskategorie "zulassungspflichtig"
höchstzulässige Startmasse < 25 kg.
max. Flughöhe 120 m in Sichtweite
höchstzulässige Startmasse > 25 kg.
Charakteristische Abmessungen maximal bis zu 3 m. max. Flughöhe 120 m außerhalb Sichtweite und in einem nicht kontrollierten Luftraum (Klasse F oder G) oder in einem kontrollierten Luftraum mit individueller Fluggenehmigung.

Mindestalter: 16 Jahre.
Schwere Drohnen zur Beförderung von Personen oder gefährlichen Gütern.
Charakteristische Abmessungen beträgt mindestens 3 m.

Menschenansammlungen werden überflogen:
Es werden Menschen befördert.
Es werden gefährliche Güter transportiert, die bei einem Unfall ein hohes Risiko für Dritte darstellen können.
Registrierungspflicht ab 250 Gramm.
Registrierungspflicht unter 250 Gramm wenn mit einer Kamera ausgestattet
   
Unterkategorie A1
Drohnenklasse C0, C1
Mindestalter C0 < 250 Gramm, auch Eigenbau: Kein Mindestalter
Mindestalter C0 > 250 Gramm: 16 Jahre
Mindestalter C1: 16 Jahre

EU-Kompetenznachweis (Online-Lehrgang) ab einer Startmasse von 250 Gramm.
Kein Flug über Menschenansammlungen.
Drohnen < 250 Gramm, einer von Höchstgeschwindigkeit von unter 19 m/s und als Klasse-C0 zertifiziert dürfen unbeteiligte Personen überfliegen, aber niemals Menschenansammlungen.
Unterkategorie A2
Drohnenklasse C0, C1, C2
Mindestalter: 16 Jahre
EU-Kompetenznachweis (Online-Lehrgang) ab einer Startmasse von 250 Gramm
und zusätzlich eine weitere Theorieprüfung (Fernpiloten-Zeugnis) bei einer vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) benannten Stelle.
Mindestabstand zu unbeteiligten Personen 30 m (5 m im Langsam-Flugmodus).
Unterkategorie A3
Drohnenklassen C0, C1, C2, C3, C4
Mindestalter: 16 Jahre
EU-Kompetenznachweis (Online-Lehrgang) ab einer Startmasse von 250 Gramm.
Größerer Abstand zu Personen, sodass keine Gefährdung besteht.
Sicherheitsabstand von mindestens 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten.
Hinweis! Der EU-Kompetenznachweis und das EU-Fernpilotenzeugnis werden umgangssprachlich auch "Drohnenführerschein" genannt.
Haftpflicht-Versicherungspflicht aufgrund Gefährdungshaftung gemäß § 43 (2) LuftVG.
Der Halter eines Luftfahrzeugs ist verpflichtet, zur Deckung seiner Haftung auf Schadensersatz nach diesem Unterabschnitt eine Haftpflichtversicherung in einer durch Rechtsverordnung zu bestimmenden Höhe zu unterhalten.
Drohnen-Piloten müssen sich beim Luftfahrt Bundesamt (LBA) online registrieren. Die zugeteilte e-ID ist auf der Drohne sichtbar anzubringen.
Ausnahme: Klasse C0 (Spielzeug) oder Startmasse unter 250 Gramm.
Flugverbotszonen (vorläufig gilt noch nachfolgende Regelung. 2021 ist eine Änderung vorgesehen.).
Ohne Erlaubnis oder Genehmigung gilt ein allgemeines Flugverbot für unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle aller Art in einer Entfernung von weniger als 1,5 km von der Begrenzung von Flugplätzen. Luftfahrtsysteme und Flugmodelle mit Verbrennungsmotor müssen sich ebenfalls 1,5 km von Wohngebieten fernhalten.
Weiterhin besteht ein Flugverbot nach § 21b LuftVO

1. außerhalb der Sichtweite des Steuerers, sofern die Startmasse des Geräts 5 Kilogramm und weniger beträgt,
2. über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Menschenansammlungen, Unglücksorten, Katastrophengebieten und anderen Einsatzorten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, sowie über mobilen Einrichtungen und Truppen der Bundeswehr im Rahmen angemeldeter Manöver und Übungen,
3. über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs, militärischen Anlagen und Organisationen, Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung sowie über Einrichtungen, in denen erlaubnisbedürftige Tätigkeiten der Schutzstufe 4 nach der Biostoffverordnung aus- geübt werden, soweit nicht der Betreiber der Anlage dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
4. über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Grundstücken, auf denen die Verfassungsorgane des Bundes oder der Länder oder oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden oder diplomatische und konsularische Vertretungen sowie internationale Organisationen im Sinne des Völkerrechts ihren Sitz haben sowie von Liegenschaften von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden, soweit nicht die Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
5. über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen, soweit nicht die zuständige Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
6. über Naturschutzgebieten im Sinne des § 23 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes, Nationalparken im Sinne des § 24 des Bundesnaturschutzgesetzes und über Gebieten im Sinne des § 7 Absatz 1 Nr. 6 und 7 des Bundesnaturschutzgesetzes, soweit der Betrieb von unbemannten Fluggeräten in diesen Gebieten nach landesrechtlichen Vorschriften nicht abweichend geregelt ist,
7. über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 Kilogramm beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen, es sei denn, der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten betroffene Eigentümer oder sonstige Nutzungsberechtigte hat dem Überflug ausdrücklich zugestimmt,
8. in Flughöhen über 100 Metern über Grund, es sei denn,
a) der Betrieb findet auf einem Gelände im Sinne des § 21a Absatz 4 Satz 2 statt, oder,
b) soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt, der Steuerer ist Inhaber einer gültigen Erlaubnis als Luftfahrzeugführer oder verfügt über eine Bescheinigung entsprechend § 21a Absatz 4 Satz 3 Nummer 2 oder 3,
9. unbeschadet des § 21 in Kontrollzonen, es sei denn, die Flughöhe übersteigt nicht 50 Meter über Grund,
10. zum Transport von Explosivstoffen und pyrotechnischen Gegenständen, von radioaktiven Stoffen, von gefährlichen Stoffen und Gemischen gemäß § 3 der Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen, von Biostoffen der Risikogruppen 2 bis 4 gemäß § 3 Absatz 1 der Biostoffverordnung sowie von Gegenständen, Flüssigkeiten oder gasförmigen Substanzen, die geeignet sind, bei Abwurf oder Freisetzung Panik, Furcht oder Schrecken bei Menschen hervorzurufen,
11. über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Krankenhäusern.
 
Der Betrieb erfolgt außerhalb der Sichtweite des Steuerers, wenn der Steuerer das unbemannte Fluggerät ohne besondere optische Hilfsmittel nicht mehr sehen oder seine Fluglage nicht mehr eindeutig erkennen kann. Als nicht außerhalb der Sicht- weite des Steuerers gilt der Betrieb eines unbemannten Fluggeräts mithilfe eines visuellen Ausgabegeräts, insbesondere einer Videobrille, wenn dieser Betrieb in Höhen unterhalb von 30 Metern erfolgt und
1. die Startmasse des Fluggeräts nicht mehr als 0,25 Kilogramm beträgt, oder wenn
2. der Steuerer von einer anderen Person, die das Fluggerät ständig in Sichtweite hat und die den Luftraum beobachtet, unmittelbar auf auftretende Gefahren hingewiesen werden kann.
(2) Der Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen mit einer Startmasse von mehr als 25 Kilogramm ist verboten. Die zuständige Behörde kann zum Beispiel für einen Betrieb zu land- oder forst- wirtschaftlichen Zwecken, auf Antrag Ausnahmen von dem Verbot nach Satz 1 zulassen, wenn die Voraussetzungen von § 21a Absatz 3 Satz 1 erfüllt sind. § 20 Absatz 5 und § 21a Absatz 5 und 6 gelten entsprechend.
(3) In begründeten Fällen kann die zuständige Behörde Ausnahmen von den Betriebsverboten nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 9 zulassen, wenn die Voraussetzungen von § 21a Absatz 3 Satz 1 er- füllt sind. § 20 Absatz 5 und § 21a Absatz 5 und 6 gelten entsprechend.
(4) Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur evaluiert die Auswirkungen der in Absatz 1 Nummer 8 enthaltenen Höhenbegrenzung auf den Betrieb von bemannten Luftfahrzeugen in dem Höhenband zwischen 50 und 100 Metern über einen Zeitraum von zwei Jahren ab dem 7. April 2017.
Hinweis! Sind Drohnen mit einem Geofencing-System ausgestattet, so kann in bestimmten Flugverbotszonen anhand von definierten GPS-Koordinaten weder gestartet noch geflogen werden.
Hinweis! Bereits erteilte Erlaubnisse (z.B. durch Landesluftfahrtbehörden) sowie nationale Kenntnisnachweise gelten längstens bis zum 1. Januar 2022 weiter.
Foto- oder Filmaufnahmen.
Die gesetzlichen Vorschriften zu Urheber- und Persönlichkeitsrechten sind zu beachten, da eine Verletzung zu Schadenersatzansprüchen führen kann.
Quellen: Luftverkehrsgesetz (LuftVG), Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO), Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO)

Drohnen-Zertifizierungen
Klassen-Identifizierungskennzeichen auf dem UA Klasse C0
Klasse UAS (C0)
Klasse C1
Klasse UAS (C1)
Klasse C2
Klasse UAS (C2)
Klasse C3
Klasse UAS (C3)
Klasse C4
Klasse UAS (C4)
höchstzulässige Startmasse (MTOM) < 250 g < 900 g oder die Aufprallenergie der Drohne bleibt unter 80 Joule < 4 kg < 25 kg und eine maximale charakteristische Abmessung von weniger als 3 m < 25 kg
max. erreichbare Höhe 120 m 120 m oder einstellbares Höhenlimit 120 m oder einstellbares Höhenlimit 120 m oder einstellbares Höhenlimit 120 m oder einstellbares Höhenlimit
Höchstgeschwindigkeit im Horizontalflug 19 m/s (= 68,4 km/h) 19 m/s (= 68,4 km/h) ohne Einschränkung ohne Einschränkung ohne Einschränkung
Im eingeschalteten "Follow-me-Modus" Entfernung vom Fernpiloten 50 m 50 m ohne Einschränkung ohne Einschränkung ohne Einschränkung
Drohne verfügt über eine Fernidentifizierung (e-ID) nein ja ja ja nein
Drohne verfügt über eine eindeutige physische Seriennummer (SN) nein ja ja ja nein
Drohne benötigt ein Warnsystem zur automatischen Flugbeschränkungsüberwachung (GEO-Sensibilisierungsfunktion) nein ja ja ja nein
Die Drohne muss bei einem  Verbindungsverlust über eine Funktion zur Wiederherstellung der Datenverbindung verfügen oder eine geeignet Funktion zur Beendigung des Fluges besitzen (z.B. Return-to-Home) nein nein ja ja nein
Low-Speed Modus (max. 3 m/s) nein nein ja nein nein
Lichter bei Nacht nein ja ja ja nein
Bei einer Fernidentifizierung (e-ID) sind während der gesamten Flugdauer folgende, nicht veränderbare Daten in Echtzeit und regelmäßig zu übermitteln:
1. die UAS-Betreibernummer,
2. eine eindeutige physische Seriennummer des UA nach der Norm ANSI/CTA-2063,
3. die geografische Position des UA und seine Höhe über der Oberfläche oder dem Startpunkt,
4. der Streckenverlauf, gemessen im Uhrzeigersinn vom geografischen Norden, sowie die Geschwindigkeit über Grund des UA und
5. die geografische Position des Fernpiloten oder, falls nicht verfügbar, des Startpunkts.

Quellen:
Duchführungsverordnung (EU) 2019/945 vom 12.03.2019
Duchführungsverordnung (EU) 2019/947 vom 24.05.2019